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Die Timmelsjoch-Hochalpenstraße

Eine Panoramastraße mit Geschichte
Die Timmelsjochstraße führt vom Passeiertal über St. Leonhard, weiter nach Moos über das Timmelsjoch, von dort hinunter in das Ötztal nach Hochgurgl, Obergurgl, Sölden und Längenfeld ins Inntal. Die international bekannte Hochalpenstraße fasziniert durch ihre fantastische Landschaft und ihre überwältigende Trassenführung. Nicht zu vergessen ist aber die eindrucksvolle Geschichte dieses Straßenprojektes, die düstere Vergangenheit und das zähe Bemühen einiger Weniger, welche mit der Timmelsjochstraße eine Verbindung zwischen dem geteilten Land Tirol schaffen wollten. Der Bau der Timmelsjochstraße war einer der ersten großen Höhepunkte der gewaltigen Straßenbauleistungen Tirols. Seit September 1968 steht im Sommer eine landschaftlich einmalige und zudem sehr kurze Verbindung zwischen dem Passeiertal und dem Ötztal zur Verfügung. Mehr und mehr wurde die Straße zu einer beliebten Ausflugsroute für Autofahrer und Urlauber.




Aktueller Zustand:
      betriebstüchtig
Für Publikum zugänglich:
      Ja
Baudaten:
      Baubeginn: 02-11-1955
      Inbetriebnahme: 17-07-1959
      AuftraggeberIn: Land Tirol (Österreich) und Land Südtirol (Italien)

Offen von:
      07:00:00 bis 20:00:00
Panorama

Das Timmelsjoch ist die tiefste unvergletscherte Kerbe im Alpenhauptkamm zwischen dem Reschenpass und dem Brenner, seit Jahrhunderten wird diese Stelle als Übergang zwischen dem Passeiertal in Südtirol und dem Ötztal in Nordtirol genutzt. Die "heimliche Lücke" in den Alpen, oder der direkte Weg in den Süden erschließt dem heutigen Auto-Touristen die schönsten Gebiete Nord- und Südtirols. Während der Fahrt erlebt der Besucher eine herrliche Panoramaaussicht auf Nord- und Südtirol.
Von der Timmelsjochstraße führen gut ausgebaute Wanderwege in die Natur der Ötztaler Berge.






Anfahrt


Wegbeschreibung
Von Südtirol aus beginnt die Fahrt in Meran durch das Passeiertal nach St. Leonhard, weiter nach Moos, hinauf auf das 2509 m hohe Timmelsjoch.
Von Nordtirol beginnend führt der Weg von der Autobahnabfahrt Ötztal/Haiming durch Oetz, Längenfeld und Sölden bis nach Zwieselstein. Von hier aus steigt die Passstraße hinauf bis zum Timmelsjoch.



Die Timmelsjoch-Hochalpenstraße ist mautpflichtig und nur in den Sommermonaten geöffnet.

Ab Moos in Passeier Fahrverbot für Fahrzeuge mit einem Höchstgewicht von 3,5 t, einer Höchstbreite von 2,20 m und einer Höchsthöhe von 3,00 m. Bus- und Anhängerverbot.

Technik











Geschichte

Der uralte Pfad über das Timmelsjoch war einer der vielen Jochwege, die in Tirol einen nachbarschaftlichen Wirtschaftsverkehr ermöglichten und von größter sozialer Bedeutung waren, auch kulturell, politisch und religiös. Der Weg führte von Meran, der alten Hauptstadt des Landes, in das Passeiertal. In St. Leonhard gabelten sich die Wege: der eine führte über das Timmelsjoch und durch das Ötztal in das Inntal, der andere ging zum Jaufenpass und hinab in das reiche Sterzing und mündete dort in die große Brennerstraße ein. Die relative Dichte des Verkehrs über die Jöcher war natürlich auch sehr von der Almwirtschaft, mit dem Schaf- und Rindertreiben, aber auch sehr wesentlich religiös bestimmt: von Wallfahrtskirchen und Wallfahrten.

Das Timmelsjoch ist die tiefste unvergletscherte Kerbe im Alpenhauptkamm zwischen dem Reschenpass und dem Brenner. Sein Name ist älter als der des Brennerpasses und auch früher erstmals urkundlich genannt: 1241 Thymelsjoch. So steht es in einem Brief der Grafen von Eschenlohe. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war die vorherrschende Schreibweise ? Timmeljoch?. Das Wort Timmel ist vom Passeier zum Joch heraufgekommen und hinab in das Ötztal, genauer: in das kleine Tal von Timmels gestiegen. Im hohen Passeier liegt die Timmelsalm. Timmels ist ein vordeutsches Wort und beschreibt die Beschaffenheit des Almbodens. Er ist uneben, buckelig. Im Lateinischen heißt Hügel: Tumulus. Der Almboden hieß also in tumulis: in den Buckeln, obgleich er exakt nie so hieß, weil im Passeiertal nicht gebildete Römer lebten, sondern Hirtenbauern, die rätoromanisch sprachen.

1844 hat man am Timmelsjoch Höhenmessungen vorgenommen, das könnte als Indiz für erste Gedanken an einen Straßenbau gedeutet werden. In den folgenden Jahrzehnten gewann der Gedanke an einem Straßenbau in das Ötztal immer mehr an Gestalt. Tirol erholte sich langsam von der Armut, die den Napoleonischen Kriegen gefolgt war. Auch die wenig dynamische Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturpolitik waren ein Grund für die Not der Tiroler. Doch dann kam in Meran der Kurbetrieb auf, es gab den ersten Fremdenverkehr. Dem Land stand eine Epoche des Straßen- und Eisenbahnbaues bevor. 1824 war die Straße über den Arlberg eröffnet. Ein Jahr später wurde die Straße über dem Stilfserjoch gebaut, sie wurde als Wunderwerk bezeichnet und in aller Welt bekannt. Der Verkehr gewann zunehmend an Wichtigkeit.

Im Jahr 1897 beschloss der Tiroler Landtag ein Bauprogramm, in welchen 19 Straßen ausgebaut oder neu angelegt werden sollten. In dieser Liste stand auch die Straße über den Timmel. Sie wurde aber nicht projektiert, da man den Bau einer Straße über den Jaufenpass vorzog. Der Krieg und seine politischen Folgen machten alle Pläne für einen Straßenbau über den Timmelsjoch zunichte. Am Joch verlief nun die Staatsgrenze, die immer mehr auch zu einer politischen Grenze wurde. Für den Fall eines eventuellen Einmarsches in Tirol wurde 1933 eine Militärstraße vom Süden bis zum Timmelsjoch gebaut. Auf der Großbaustelle für die Strecke Schönau-Timmelsjoch sollten bei vollem Betrieb bis zu 3000 Arbeiter eingesetzt werden. Sie kamen vor allem aus Süditalien. Der militärische Zweck der Straße ist heute noch zu erkennen. Die Trassierung war ausgezeichnet, die Straße war gegen Lawinen, Artillerie- und MG-Beschuss gesichert. 1939, am Tag als sich Hitler und Mussolini am Brenner trafen, wurde der Bau von Rom eingestellt. Zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland sollte keine militärisch relevante Grenze mehr sein.

Nach dem ersten Weltkrieg blühte der Schmuggel am Timmelsjoch und an anderen weniger bekannten und bewachten Übergängen. 1945 wurde das Timmelsjoch wieder zu einer offenen Grenze. Das Timmelsjoch wurde für tausende Soldaten der Deutschen Wehrmacht zur Heimkehrerroute, allerdings kamen viele durch Erschöpfung und Erfrierungen um.

Einer der großen Pioniere des Ötztales war Angelus Scheiber. Er war Kaiserschütze der Tiroler Front, Heerskilehrer, wurde erfolgreicher Rennläufer und Hotelier. Scheiber verschwor sich dem Bau der Straße über das Timmelsjoch. Die Menschen waren aber mit dem Wiederaufbau von Kriegszerstörungen beschäftigt und wünschten sich eine ruhige Entwicklung. Es gab andere, wichtigere Projekte und Wünsche. Die Beziehungen zwischen Italien und Österreich waren problematisch. Doch auch Dr. Valentin Falkner, Hermann Egger und Eduard Wallnöfer kämpften für den Straßenbau auf österreichischer Seite. Am 17. November 1954 beschloss der Tiroler Landtag die Gründung einer Studiengesellschaft Timmelsjoch, weiters einigte man sich auf die Absprache, mit Italien über einen weiteren Passübergang über das Timmelsjoch, und mit Südtiroler Behörden über eine gemeinsame technische Rahmenprojektierung zu sprechen. Die Debatte war in einem hohen Maße von der geschichtlichen Situation, der politischen Lage des geteilten Landes und der Hoffnung auf eine gute Zukunft inspiriert.
Am 10. August 1955 beschloss der Tiroler Landtag die Beteiligung des Landes Tirol an der zu gründenden Timmelsjoch-Hochalpenstraßen Aktiengesellschaft, zusammen mit dem Bund und den interessierten Gemeinden. Am 20 August 1955 wurde diese Sondergesellschaft in Obergurgl gegründet, die erste ihrer Art. Am 2. November 1955 nahm man den Spatenstich für den Bau der Straße von Obergurgl bis zum Timmelsjoch vor. Die Ausführung übernahm die Firma STU AG. Es kam aufgrund der Höhenlage nur die Bauzeit zwischen Mai und November in Frage. Die Erschließung der Baustelle war schwierig. Zufahrten waren sehr eng, Brücken konnten die schweren Baugeräte nicht halten. Sie mussten also zerlegt und vor Ort wieder zusammengebaut werden. Am 29 August 1960 erfolgte die Kollaudierung der Timmelsjochstraße. Die Straße auf österreichischer Seite wurde fertig gestellt und am 17. Juli 1959 feierlich eröffnet. In Italien baute man die zum Teil verfallene Militärstraße aus. Am 15. September 1968 war auch die italienische Seite fertiggestellt, der Durchzugsverkehr war nun möglich.

Die Timmelsjochstraße erwies sich immer mehr als eine beliebte Ausflugsroute für Einheimische und Gäste dies- und jenseits des Passes. Das Timmelsjoch wird von tausenden Besuchern jährlich benutzt, durch Rad- und Autorennen wurde die Straße europaweit bekannt.





Meilensteine

00-00-1241 - Das Timmelsjoch wurde in einem Brief der Grafen von Eschenlohe erstmals urkundlich erwähnt (Thymelsjoch)


00-00-1897 - Der Tiroler Landtag beschießt ein Bauprogramm für 19 Straßen, die Timmelsjochstraße wird auch angeführt


00-00-1933 - Benito Mussolini lässt eine Militärstraße bis zum Timmelsjoch bauen, sechs jahre später wird der Bau eingestellt.


17-11-1954 - Der Tiroler Landtag beschließt die Weiterführung der Ötztaler Straße von Obergurgl bis zum Joch


02-11-1955 - Spatenstich der neuen Straße auf österreichischer Seite


17-07-1959 - Eröffnung der Hochalpenstraße auf der Ötztaler Seite


15-09-1968 - Auch die italienische Seite ist befahrbar, der Durchzugsverkehr von Passeier ins Ötztal ist möglich




Fotogalerie

imggDNOhr.jpgSchon am Beginn des mobilen Zeitaltels wagten sich viele Fahrer auf die Straße

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochalpenstraße AG
imgT71atC.jpgAuf Südtiroler Seite schmiegt sich die Straße eng an das Gelände

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochalpenstraße AG
imghZRRZR.jpgDie schwere Arbeit der Straßenbauern musste oft manuell verrichtet werden

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochalpenstraße AG
imgPXGqxE.jpgBedingt durch die extreme geographische Lage, musste das Arbeitsgerät zum Teil mit einer Materialseilbahn zur Baustelle verbracht werden

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochaplenstraßen AG
imgRiormB.jpgWenn im Tal bereits der Frühling Einzug gehalten hat, reist man im Timmelsjoch noch einmal in den Winter

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochaplenstraßen AG
imgJPTHCU.jpgDie aufwendigen Scheeräumungsarbeiten im Frühling jedes Jahres

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochaplenstraßen AG
img3Mf6YJ.jpgPanoramablick auf den Timmelsjoch

AutorIn/Copyright:Timmelsjoch-Hochaplenstraßen AG


Literatur

30 Jahre Timmelsjoch-Hochalpenstraße

Herausgeber/Zeitschrift: Timmelsjoch-Hochalpenstraßen Ag
Verlag: Tyrolia
Erscheinungsort: Innsbruck
Erscheinungdatum: 00-00-0000


Links

Timmelsjoch-Hochalpenstraßen AG
Homepage der Mautstraße auf österreichischer Seite. Tarife, Geschichtliches, Fotogalerie und vieles mehr.