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Brennerbahn Haltepunkt Mittewald (ehem.)

Brennerbahn Haltepunkt Mittewald (ehem.) - Baubestand, Bauzustand und Nutzung
Heutiger Baubestand: Alle genannten Bauten sind noch erhalten.

Bauzustand:
Alle Bauten sind in relativ gutem Zustand. Leider macht das Gelände direkt um den ehemaligen Bahnhof und um das privat genutzte Wärterhaus einen wenig einladenden Eindruck. Auf dem Areal dieses aufgelassenen Haltepunktes unmittelbar an der Hauptstrecke mögen Besucher ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellen. Eine möglicherweise begrenzte Zutrittsmöglichkeit (Führung gegen Entgelt?) wäre sehr wünschenswert, weil Mittewald einen der ganz wenigen, innen noch original erhaltenen Haltestellenbauten besitzt.

Derzeitige Nutzung:
Der Haltepunkt wurde in den 90er. Jahren des 20. Jht. aufgegeben. Das Wärterhaus dient als privates Wohnhaus. Das Stationshaus ist geschlossen und fängt an zu verrotten, das kleine Magazin dient als Abstellraum für die Gartengeräte der Einwohner. Der Wohnblock für Eisenbahner ist in Eigentumswohnungen umgewandelt worden.

Geplante Nutzung: Ist nicht bekannt.

Empfehlung des Kuratoriums:
Auch für die aufgelassenen Haltepunkte sollte die FS eine Art Verantwortung im Hinblick auf den historischen Wert der Bahnhöfe entlang der Brennerstrecke übernehmen. Die wenigen noch verbliebenen Bewohner der Wärterhäuser sollten entsprechend sensibilisiert werden. Vor allem wegen seines völlig erhaltenen Interieurs sollte das hölzerne Stationsgebäude erhalten und sorgfältig gepflegt werden. Eine zumindest begrenzte Besuchsmöglichkeit im Rahmen der vom Kuratorium angestrebten Kulturmeile entlang der Brennerstrecke und des geplanten und schon teilweise realisierten Fahrradweges Brenner-Bozen wäre wünschenswert. Wer weiß – vielleicht erfordern veränderte, vernünftigere Verkehrskonzepte einmal die Wiedereröffnung im Kurzstreckenverkehr? Immerhin ist Mittewald eine von der Bahn noch nicht ganz aufgegebene ehemalige Haltestelle – noch trägt das historische Wartehäuschen das an Bahnhöfen der FS übliche, offizielle Ortsschild in weißer Schrift auf blauem Grund.

Mittewald ist gewiss kein besonders einladender Ort an einer – besonders im Winter - finsteren Stelle des verschatteten und verkehrsbelasteten oberen Eisacktales. Dazu kommt die Autobahn, deren Dauerlärm durch hässliche grünliche Schallschutzwände gedämpft werden soll und natürlich das Rollen der durchrasenden Fernzüge – einem Verkehrsmittel, von dem die Anwohner seit einigen Jahren direkt nichts mehr haben.
Da steht nun das charmante Holzhäuschen mit seiner originalen Inneneinrichtung ungenutzt da während die Belastung der Straßen, der Ohren und der Atemluft ins Unerträgliche steigt – einmal ganz abgesehen von den finanziellen Belastungen der Familien mit einem oder mehreren notwendigen Autos.
Damit nicht genug – die unmittelbare Umgebung des ehemaligen Haltepunkts Mittewald wirkt verwahrlost.. Ein Trost bleibt der gut erhaltene Wohnblock, den Angiolo Mazzoni für die FS-Mitarbeiter gebaut hat und dessen Wohnungen nun in das Eigentum ihrer Bewohner gelangt sind.


Aktueller Zustand:
      nicht funktionstüchtig
Für Publikum zugänglich:
      Ja
Baudaten:
      AuftraggeberIn: K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
      Projektant/Erfinder: Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
      Erbauer/Konstrukteur: Karl von Etzel
Panorama

Südtirol - Eisacktal
Bahnhofstraße 1
I - 39045 Mittewald






Technik











Geschichte

Ursprünglicher Baubestand:
Mittewald war in früheren Zeiten Gemeindesitz und wesentlich bedeutender als das heranwachsende Franzensfeste, zu dem es heute gehört. Im 14. Jht. trug das gesamte Gebiet der Talenge zwischen Mauls und Franzensfeste den Namen Mittewald. Erst um 1898 erhielt auch Mittewald einen Haltepunkt neben dem schon 1867 gebauten Wärterhaus. Es handelte sich um einen verschalten Holzskelettbau mit Pultdach sinngemäß nach den Typenentwürfen Wilhelm von Flattichs. So wie die anderen zusätzlichen Haltestellen dieses Typus von Brennerbad, Pflersch, Mauls, Vahrn, Albeins, Villnöss, Kastelruth, Steg bis Kardaun enthielt dieser Holzbau einen Warteraum und einen Raum für die Fahrdienstleitung – miteinander verbunden durch ein Schalterfenster.

In den 20.er Jahren des 20.Jhts. wurde das Wärterhaus aufgestockt und erhielt einen Anbau für Toiletten. Zusätzlich wurde ein kleines Magazin aus Betonfertigteilen aufgestellt. 1985 kam noch ein gemauertes und verputztes Trafohäuschen mit holzverschaltem Pultdach dazu.

1928 wurde nach den Plänen des Architekten Mazzoni ca. 100 m nördlich des Bahnhofes ein zweigeschossiges Wohngebäude für die Angestellten der FS errichtet.





Kontakt

Ferrovia Statale FS - Direktion Region Bozen

39100 Bozen
Tel: 0039-0471-976077
Fax: 0039-0471-313786
Webseite: http://www.trenitalia.it


Meilensteine

K.K. Privilegierte Südbahn Gesellschaft (1862)
Bauzeit 1863 – 1867 von Innsbruck nach Bozen unter Karl von Etzel (gest. 1865) und Achilles Thommen, Wilhelm Pressel, Julius Lott und Wilhelm Hellwag. Fertigstellung: 1898 Heutige Eignerin: Italienische Staatsbahn FS (seit 1919 für die Strecke ab Brenner).

Architekt: Wilhelm von Flattich (1826-1900)
Wilhelm von Flattich (1826-1900), Hochbaudirektor der K.K Privilegierten Südbahngesellschaft. Mitarbeit: Arch. Franz Wilhelm.



Fotogalerie

img2ibvQO.jpgHaltepunkt Mittewald (ehem.), Anlage
Mittewald - Station mit Museumswert.
AutorIn/Copyright:Andreas Gottlieb Hempel, Brixen 2004
imgWDgQLz.jpgHaltepunkt Mittewald (ehem.), Eisenbahnerwohnhaus

AutorIn/Copyright:Andreas Gottlieb Hempel, Brixen 2004


Literatur

Haltepunkt Mittewald (ehem.)
Informationen und Zitate aus:
Wilhelm von FLATTICH ?Der Eisenbahn-Hochbau in seiner Durchführung auf den Linien der K.K. Priv. Südbahn-Gesellschaft? Wien, Lehmann&Wenzel, ohne Datum.
Elisabeth BAUMGARTNER ?Kleinodien alt-österreichischer Eisenbahnarchitektur: Die Hochbauten der Brennerbahn?; Fotos Walter NIEDERMAYER, in Christoph BERTSCH (Hrsg) ?Industriearchäologie, Nord-, Ost-, Südtirol und Vorarlberg?, Innsbruck, Haymon Verlag 1992, S. 49-77.
Elisabeth BAUMGARTNER; ?Eisenbahnlandschaft Alt-Tirol?, Innsbruck, Haymon, 1990.
Gerhard und Josef DULTINGER, ?Die Brennerbahn, Gestern ? heute ? morgen?, Thaur/Tirol, Wort und Welt Verlag, 2. Auflage: 1989
Laura Facchinelli ?Die Eisenbahn Verona-Brenner? Athesia Bozen 1995
MART Quaderni di architettura ?Angiolo Mazzoni ? Architetto Ingeniere del Ministero delle Communicazioni? Skira Editore, Milano 2003.
Wittfrieda MITTERER ?Zeitzeichen der Technik? Edizione Raetia, Bozen 1993.

Siehe auch:
Günther ENNEMOSER, ?La storia di Colle Isarco con particolari riguardi agli anni 1850 ? 1914, tesi di laurea?, Padova, 1974/75.
Günther ENNEMOSER; Südtiroler Gebietsführer, Nr.39, Bozen, Athesia Druck, 1984.
Alois TRENKWALDER, ?Brenner ? Brennero, Gemeinde?, Gemeinde Brenner-Gossensass (Hrsg.) 1999.
Hans-Jürgen und Carl ROSENBERGER ?Die Eisenbahnen in Südtirol? Athesia; 1993.

Auskunftspersonen:
Radames PANDINI, Bauabteilung der FS, Bahnhof Bozen, Planarchiv.
Rudi PLANK Vorsitzender des Eisenbahner-Freizeitvereins Dopolavoro FS, Bahnhof Sterzing
Erscheinungdatum: 00-00-0000